Gerhard Freund
Gerhard Freund: Leben, Karriere, Fernsehen und persönlicher Hintergrund

Gerhard Freund: Leben, Karriere, Fernsehen und persönlicher Hintergrund

Einleitung

Gerhard Freund ist ein Name, der mit der Geschichte des deutschsprachigen Fernsehens ebenso verbunden wird wie mit bekannten Persönlichkeiten aus Film und Unterhaltung. Gerade bei der Recherche über ihn entsteht jedoch schnell Verwirrung. Der Grund dafür ist, dass in biografischen Darstellungen häufig zwei Männer gleichen Namens miteinander vermischt werden. Der österreichische Journalist, Schauspieler und Kulturmanager Gerhard Freund wurde 1925 geboren und war maßgeblich am Aufbau des österreichischen Fernsehens beteiligt. Er starb bereits 1979. Daneben gab es einen ebenfalls 1925 geborenen Gerhard Freund, der als Arzt und Fernsehproduzent bekannt war und vor allem durch seine Ehen mit Marianne Koch und Petra Schürmann öffentliche Aufmerksamkeit erhielt. Er starb 2008.

Diese Unterscheidung ist wichtig, wenn man die beruflichen Leistungen, das Privatleben und die Bedeutung von Gerhard Freund verstehen möchte. Beide Lebensgeschichten berühren die Medienwelt, gehören aber nicht zu derselben Person.

Gerhard Freund und seine frühen Lebensjahre

Der österreichische Medien- und Kulturmanager Gerhard Freund wurde am 5. September 1925 in Wien geboren. Sein Vater war Lehrer. Seine Jugend fiel in eine schwierige historische Zeit, denn Europa befand sich mitten im Zweiten Weltkrieg. Im Alter von 18 Jahren wurde Freund zur deutschen Wehrmacht eingezogen und in Frankreich eingesetzt.

Nach dem Ende des Krieges begann für ihn ein völlig neuer Lebensabschnitt. Er legte die Schauspielprüfung ab und arbeitete zunächst als Schauspieler und Operettenbuffo. Zu seinen beruflichen Stationen gehörte unter anderem das Stadttheater in Baden bei Wien.

Diese künstlerischen Erfahrungen waren für seine spätere Karriere im Rundfunk und Fernsehen von Bedeutung. Freund kannte Unterhaltung nicht nur aus der Perspektive eines Managers. Er hatte selbst auf der Bühne gestanden und wusste, wie Programme, Künstler und Publikum zusammenwirken.

Sein beruflicher Weg führte ihn anschließend zunehmend zum Rundfunk. Dort entwickelte sich aus dem Schauspieler und Unterhaltungskünstler schließlich ein wichtiger Medienmanager.

Der Weg vom Rundfunk zum österreichischen Fernsehen

Vor seiner großen Fernsehkarriere arbeitete Gerhard Freund im Radio. Er gestaltete unter anderem Rundfunksendungen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes beim Sender Rot-Weiß-Rot. Dieser Sender spielte in der österreichischen Medienlandschaft der Nachkriegszeit eine wichtige Rolle.

Mitte der 1950er Jahre befand sich das Fernsehen in Österreich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Am 1. August 1955 startete das Fernseh-Versuchsprogramm des Österreichischen Rundfunks. Nur wenige Haushalte verfügten damals überhaupt über ein Fernsehgerät.

Freund gehörte zu den Personen, die am Aufbau dieses neuen Mediums beteiligt waren. Fernsehen war zu diesem Zeitpunkt keineswegs der selbstverständliche Bestandteil des Alltags, der es später werden sollte. Technische Möglichkeiten waren begrenzt, Produktionsabläufe mussten entwickelt und geeignete Formate gefunden werden.

Damit gehörte Freund zu einer Generation von Medienmachern, die nicht einfach ein bestehendes Fernsehsystem übernahmen. Sie mussten grundlegende Strukturen des österreichischen Fernsehens mitgestalten.

Gerhard Freund als erster Fernsehdirektor des ORF

Im Jahr 1957 wurde Gerhard Freund zum ersten Fernsehdirektor des Österreichischen Rundfunks ernannt. Genau in diesem Jahr begann in Österreich der regelmäßige Fernsehbetrieb an sechs Tagen pro Woche. Ebenfalls 1957 wurde die Nachrichtensendung „Zeit im Bild“ erstmals regelmäßig mit Wort- und Filmbeiträgen ausgestrahlt.

Freund stand damit an der Spitze des Fernsehens während einer seiner wichtigsten Entwicklungsphasen. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Fernsehen von einem jungen technischen Experiment zu einem immer bedeutenderen Massenmedium.

Auch selbst trat er vor die Kamera. Die ORF-Chronik erinnert beispielsweise daran, dass die erste Kundendienstsendung „Dienst am Kunden“ von Fernsehdirektor Gerhard Freund moderiert wurde.

Die Zuschauerzahlen beziehungsweise die Zahl der angemeldeten Fernsehteilnehmer wuchsen schnell. Bereits 1959 gab es rund 100.000 Fernsehteilnehmer in Österreich. Im selben Jahr wurde der Fernsehbetrieb auf sieben Tage pro Woche erweitert.

Freunds Amtszeit fiel somit genau in jene Jahre, in denen die Grundlagen für die spätere Bedeutung des ORF-Fernsehens geschaffen wurden.

Politik, Proporz und das Ende seiner ORF-Karriere

Die Medienlandschaft Österreichs war damals eng mit der Politik verbunden. Besonders bedeutend war das sogenannte Proporzsystem. Wichtige öffentliche Positionen wurden unter den großen politischen Lagern aufgeteilt.

Gerhard Freund galt als Sozialdemokrat und wurde selbst als Repräsentant dieses Systems wahrgenommen. Mit wachsender Bedeutung des Fernsehens nahm allerdings auch die Kritik am politischen Einfluss auf den Rundfunk zu.

Besonders deutlich wurde diese Diskussion rund um das Rundfunkvolksbegehren von 1964. Gefordert wurden stärkere Unabhängigkeit und eine Reform des österreichischen Rundfunks.

Nach politischen und organisatorischen Veränderungen endete Freunds Zeit als Fernsehdirektor schließlich 1967. Er wurde von Helmut Zilk abgelöst. Damit ging eine rund zehnjährige Phase zu Ende, in der Freund den Aufbau des österreichischen Fernsehens entscheidend begleitet hatte.

Seine Medienkarriere war damit jedoch keineswegs beendet.

Wechsel nach München und Arbeit bei Intertel

Nach seinem Ausscheiden beim österreichischen Fernsehen wechselte Gerhard Freund nach Deutschland. 1967 wurde er alleiniger Geschäftsführer der Münchner Fernsehproduktionsgesellschaft Intertel.

Der Wechsel zeigt, dass Freund seine Erfahrungen aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nun in die Fernsehproduktion einbringen konnte. München entwickelte sich zu dieser Zeit zu einem wichtigen Standort der deutschen Film- und Fernsehbranche.

Mit Intertel werden verschiedene bekannte Produktionen aus den 1970er Jahren verbunden. Dazu zählen beispielsweise „Ein Fall für Männdli“, „Münchner Geschichten“ und „Floris von Rosemund“.

Gerade „Münchner Geschichten“ entwickelte sich zu einer bekannten deutschen Fernsehserie. Die Tätigkeit bei Intertel verdeutlicht deshalb einen weiteren wichtigen Abschnitt in Freunds Karriere: Nach dem Aufbau und der Leitung eines Fernsehsenders beschäftigte er sich nun stärker mit der konkreten Produktion von Fernsehunterhaltung.

Rückkehr nach Wien und Karriere im Kulturbereich

1974 begann ein weiterer Abschnitt in der Karriere des österreichischen Gerhard Freund. Er kehrte nach Österreich zurück und wurde von der Stadt Wien zum Direktor der Wiener Stadthalle bestellt.

Die Wiener Stadthalle war bereits damals eine der bedeutendsten Veranstaltungsstätten Österreichs. Die Position verlangte sowohl organisatorisches Talent als auch ein gutes Verständnis für Kultur, Unterhaltung und Publikum.

1977 erhielt Freund zusätzlich eine weitere bedeutende Aufgabe. Er wurde zum Intendanten der Wiener Festwochen ernannt und folgte damit Ulrich Baumgartner nach. In dieser Position war er für die Programme der Wiener Festwochen 1978 und 1979 verantwortlich.

Seine Karriere hatte sich damit deutlich erweitert. Aus einem Schauspieler und Rundfunkmitarbeiter war zunächst ein Fernsehdirektor, danach ein Fernsehproduzent und schließlich ein bedeutender Kulturmanager geworden.

Der österreichische Gerhard Freund starb am 29. Mai 1979 in Wien an einem Aneurysma. Er wurde auf dem Hietzinger Friedhof beigesetzt.

Gerhard Freund, Marianne Koch und ihre Familie

An dieser Stelle ist die Unterscheidung zwischen den beiden gleichnamigen Männern besonders wichtig. Der Gerhard Freund, der mit der deutschen Schauspielerin Marianne Koch verheiratet war, war nicht der 1979 verstorbene ORF-Fernsehdirektor.

Marianne Koch heiratete den Arzt Gerhard Freund im Jahr 1953. Die Ehe dauerte rund zwei Jahrzehnte und aus ihr gingen zwei Söhne, Thomas und Gregor, hervor.

Marianne Koch gehörte zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen ihrer Generation. Sie wirkte in zahlreichen Filmproduktionen mit und arbeitete auch international. Besonders bekannt wurde sie einem weltweiten Publikum durch Sergio Leones Western „Für eine Handvoll Dollar“ an der Seite von Clint Eastwood.

Neben ihrer Schauspielkarriere hatte Koch ursprünglich Medizin studiert. Nach dem Ende ihrer Filmkarriere nahm sie ihr Studium wieder auf, promovierte und arbeitete später viele Jahre als Internistin.

Die Ehe mit Gerhard Freund endete 1973. Die Trennung sorgte auch deshalb für Aufmerksamkeit, weil eine weitere bekannte Persönlichkeit eine wichtige Rolle in der Geschichte spielte: Petra Schürmann.

Beziehung zu Petra Schürmann und Tochter Alexandra

Petra Schürmann war eine der bekanntesten deutschen Fernsehpersönlichkeiten ihrer Zeit. Internationale Bekanntheit hatte sie bereits 1956 erlangt, als sie zur Miss World gewählt wurde. Später machte sie Karriere als Ansagerin, Moderatorin und Schauspielerin.

Gerhard Freund und Petra Schürmann hatten bereits 1967 eine gemeinsame Tochter, Alexandra Maria. Zu diesem Zeitpunkt war Gerhard Freund noch mit Marianne Koch verheiratet. Petra Schürmann zog ihre Tochter zunächst allein groß und hielt die Identität des Vaters lange aus der Öffentlichkeit heraus.

Nach der Scheidung von Marianne Koch heirateten Gerhard Freund und Petra Schürmann im Dezember 1973.

Alexandra Maria Freund folgte später teilweise dem beruflichen Weg ihrer Mutter und arbeitete ebenfalls im Fernsehen. Zwischen Mutter und Tochter bestand eine besonders enge Beziehung.

Im Jahr 2001 wurde die Familie von einem schweren Schicksalsschlag getroffen. Alexandra kam im Alter von nur 34 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Ihr Tod belastete Petra Schürmann tief und beeinflusste ihre späteren Lebensjahre erheblich.

Tod und das unterschiedliche Vermächtnis der beiden Gerhard Freund

Der mit Marianne Koch und Petra Schürmann verbundene Gerhard Freund lebte wesentlich länger als der gleichnamige österreichische Kulturmanager. Er starb am 9. August 2008 in Starnberg im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung.

Gerade die ähnlichen Lebensdaten erklären teilweise, warum beide Biografien immer wieder miteinander vermischt werden. Beide Männer wurden 1925 geboren und beide hatten Berührungspunkte mit der Medienwelt. Dennoch zeigen zentrale Daten eindeutig, dass es sich um unterschiedliche Personen handelt.

Der österreichische Gerhard Freund hinterließ vor allem in der österreichischen Fernseh- und Kulturgeschichte Spuren. Seine Rolle beim frühen Fernsehen, seine Position als Fernsehdirektor, seine Arbeit bei Intertel sowie seine Tätigkeiten für die Wiener Stadthalle und die Wiener Festwochen bilden sein berufliches Vermächtnis.

Der andere Gerhard Freund ist dagegen in öffentlichen Biografien vor allem durch seine Tätigkeit als Arzt und Fernsehproduzent sowie durch seine Beziehungen zu Marianne Koch und Petra Schürmann bekannt.

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Fazit

Die Biografie von Gerhard Freund ist ein gutes Beispiel dafür, wie leicht historische Informationen über gleichnamige Persönlichkeiten miteinander verbunden werden können. Der österreichische Gerhard Freund, geboren 1925 in Wien, gehörte zu den Pionieren des österreichischen Fernsehens. Als erster Fernsehdirektor prägte er die Aufbauphase des Mediums und wechselte später in die Fernsehproduktion sowie in das Kulturmanagement. Seine letzten wichtigen Aufgaben führten ihn an die Spitze der Wiener Stadthalle und der Wiener Festwochen. Er starb 1979.

Der ebenfalls 1925 geborene Gerhard Freund, der 2008 in Starnberg starb, gehört dagegen zu einer anderen Lebensgeschichte. Er war mit Marianne Koch und später mit Petra Schürmann verheiratet und war Vater von Thomas, Gregor und Alexandra Maria Freund. Durch diese familiären Beziehungen blieb sein Name eng mit bekannten Persönlichkeiten der deutschen Film- und Fernsehgeschichte verbunden.

Wer nach Gerhard Freund sucht, sollte deshalb beide Biografien klar voneinander trennen. Erst diese Unterscheidung ermöglicht ein korrektes Bild der jeweiligen Karriere, Familie und persönlichen Geschichte.

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